Trier Landesmuseum lockt mit Multimedia-Zeitreise

Szenefoto mit Abbild des Neumagener Weinschiffs. © Rheinisches Landesmuseum Trier, Thomas Zühmer

Neue Inszenierung im Geschichtsmuseum: Das Rheinische Landesmuseum Trier hat seit kurzem einen eigenen Raum für eine Multimediashow reserviert. Mediales Raumtheater nennen die Museumsleute ihr Projekt und gaben der Show den Titel „Im Reich…

Neue Inszenierung im Geschichtsmuseum: Das Rheinische Landesmuseum Trier hat seit kurzem einen eigenen Raum für eine Multimediashow reserviert. Mediales Raumtheater nennen die Museumsleute ihr Projekt und gaben der Show den Titel „Im Reich der Schatten“. Drei Mal täglich werden die Besucher 45 Minuten lang auf eine Art mediale Zeitreise genommen. Unterlegt mit Musik und Videoinstallationen geht es in die römische Epoche Triers. Präsentiert wird „Im Reich der Schatten“ im „Neumagener Saal“ des Museums. In dieser 500 Quadratmeter großen halbrunden Halle befinden sich gut 50 monumentale Grabdenkmäler aus dem 2. und 3. Jahrhundert n.Chr., die in der Nähe von Trier gefunden wurden. Sie bilden die Kulisse des Raumtheaters, bei dem 15 Projektoren und 19 Schallquellen zum Einsatz kommen. Fragmente lateinischer Texte, etwa von Ovid, Horaz, Lukian und Vergil, fanden Eingang in das eigens für die Inszenierung entwickelte Drehbuch. Die eigentliche Story handelt von dem trauernde Geschäftsmann Gaius Albinius Asper (gesprochen von Peter Striebeck), der vom Götterboten Merkur (gesprochen von Christoph Maria Herbst) in die Unterwelt begleitet wird. Ihre Suche nach Aspers Frau gerät zu einer Reise durch das antike Leben. „Selbst diejenigen, die mit Museen sonst nicht viel anfangen können, werden hier auf ihre Kosten kommen“, schwärmte Museumsdirektor Eckart Köhne zur Eröffnung im Juni. Die Inszenierung kostete rund 965.000 Euro und wird von der EU aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Land Rheinland-Pfalz kofinanziert. Die Hoffnungen des Museums sind entsprechend: Die Kuratoren erwarten bis Jahresende rund 25.000 Besucher.

Artikel aus der Rubrik „Geschichtsszene“

  • Beweiskette für ottonische Königin

    Es ist eineinhalb Jahre her, dass Forscher in Magdeburg eine auf 1510 datierte Knochenkiste aus Blei fanden – womöglich mit einem wesentlich älteren Inhalt. Jetzt sagen Archäologen: Alles deutet auf Editha!

  • Es muss nicht immer Haithabu sein

    Schon mal „Reformationsluft“ geschnuppert? Was das Nordelbische Bibelzentrum Schleswig und Jörg Nadler am vergangenen Wochenende zeigten, war nicht einfach ein Markt. Es war ein bisher einmaliges Experiment in der Spätmittelalterszene.…

  • Malerei für die Ewigkeit

    1787 schwärmt Goethe im italischen Paestum über „Tempel und Denkmale einer ehemals so prächtigen Stadt“. Viele ihrer Grabfresken werden jetzt erstmals vollständig gezeigt. Die Bilderschau in Hamburg läuft noch bis 20. Januar 2008. …

  • Ritterspektakel in Traumkulisse

    Die Ronneburg in Hessen bietet viel Geschichte; das Pfingstturnier weniger. Wir lassen den historischen Anspruch mal beiseite und wandeln unvoreingenommen über den „Mittelaltermarkt“. Michaela Kieckheim schaute sich um.

1 Kommentare

  1. Nachtrag:
    Wie ich gerade auf der Internetpräsenz des Museums sehe, werden demnächst technische Probleme behoben. Hier die Originalansage des Museums:
    “Wegen Nachbesserungen am Ton- und Szenenkonzept vom 27. September bis 10. Oktober keine Shows.”

    08. September 2010, 10:09 Uhr • Melden?
    von Marcel Schwarzenberger
    chronico
    1

Ihr Kommentar zum Artikel „Landesmuseum lockt mit Multimedia-Zeitreise“


Sie sind angemeldet als

abmelden