Forschungsprojekt Römische Bronzen vom Limes

Restaurierung eines Bronzefragmentes aus Groß Gerau. © Landesamt für Denkmalpflege Hessen

Seit 150 Jahren wird am Limes geforscht. Unter den zahlreichen Funden und Zeitzeugnissen haben sie bislang ein Schattendasein geführt: die auf den ersten Blick oft unscheinbaren bronzenen Fragmente. Im Projekt „Römische Großbronzen am UNESCO-Welterbe…

Seit 150 Jahren wird am Limes geforscht. Unter den zahlreichen Funden und Zeitzeugnissen haben sie bislang ein Schattendasein geführt: die auf den ersten Blick oft unscheinbaren bronzenen Fragmente. Im Projekt „Römische Großbronzen am UNESCO-Welterbe Limes“ werden erstmals systematisch alle Fragmente aus den Provinzen Germania Inferior, Germania Superior und Raetia – aus einem Gebiet, das von der Schweiz bis in die Niederlande reicht – intensiv untersucht. Es handelt sich um Überreste antiker Statuen, Abbilder von Göttern, Kaisern und herausragenden Persönlichkeiten. Als Ehrenstatuen oder Kultbilder waren diese Bronzen einst in römischen Militäranlagen und Siedlungen aufgestellt worden. Mit der Krise des Imperiums im 3. Jahrhundert fand diese Praxis ein Enden. Einfallende Germanenstämme zerstörten viele Skulpturen und verwendeten die wertvolle Bronze als Altmetall weiter.

Dennoch sammelten sich viele Stücke in Museen an, wo sie jedoch bislang ein eher unbeachtetes Schattendasein fristeten. Für das neue Forschungsprojekt haben sich das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg, das LVR-LandesMuseum Bonn und das Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt zusammengetan. Weitere rund 50 Museen und Landesämter in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz wollen das Vorhaben unterstützen. Gefördert wird es zudem von der Initiative „Forschung in Museen“ der VolkswagenStiftung. Es sollen Antworten zu Aufstellungspraxis, Themen der Darstellungen gefunden werden. Zudem liefert der ursprüngliche Aufstellungsort der Statuen wichtige Rückschlüsse über deren Funktion im militärischen und im zivilen Kontext. Auch antike Herstellungstechniken und der Technologietransfer zwischen Rom und seinen nördlichen Provinzgebieten werden erforscht. In der Internetpräsenz zum Projekt sollen Forschungsergebnisse und Fragmente in einer Datenbank erfasst werden. Die Fragmente allerdings sind voraussichtlich erst nach Abschluss des Projekts 2014 öffentlich einsehbar.

Artikel aus der Rubrik „Geschichtsszene“

  • Schlacht bei Waterloo

    Waterloo – die sprichwörtliche Niederlage, trotz guter Planungen. Die hatte Napoleon 1815 erlitten. Auch die Planer des Reenactments 2010 waren davor nicht ganz gefeit. Ein Augenzeugenbericht von Holger Rinke.

  • Der Konzern der weißen Mönche

    Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ stellt in diesem Jahr 365 besondere Projekte vor. Lediglich eine Handvoll historischer Orte schaffte es in die Auswahl. Nur einer versetzt ins Mittelalter: Das Zisterzienserkloster Walkenried.…

  • Den Legionären hinter die Kulisse geschaut

    Wie verläuft eigentlich eine Veranstaltung, bei der moderne Menschen antikes Leben zelebrieren? Marcel Bieger hat zwei Gruppen für 24 Stunden bei den Mehringer Römertagen im Juli begleitet.

  • Geschichte bei 18 Grad Celsius

    500 Jahre mittelalterliche Geschichte auf 2000 Quadratmetern: Gestern startete die Magdeburger Schau „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation – von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters“. chronico sah sich um.

Ihr Kommentar zum Artikel „Römische Bronzen vom Limes“


Sie sind angemeldet als

abmelden