Torhaus Markleeberg 1813 Reenactor im Ausstellungsfieber

Das Kampagnenfoto für Leipzig 2013 zeigt Hans-Ulrich Hübner, in der Uniform eines Unteroffiziers des 1. Schlesischen Husaren-Regiments beim Scharnhorstfest in Großgörschen. © LTM/Olaf Martens

Das zweite Interview in unserem Special zur Leipziger Völkerschlacht 1813: Diesmal lässt uns der Förderverein Historisches Torhaus Markkleeberg einen Blick hinter seine Vorbereitungen zum Jahrestag 2013 werfen.

Österreichs blutiger Tag

Im ehemaligen Braunkohlegebiet im Süden von Leipzig entsteht heute das so genannte Neuseenland, in dem ehemalige Tagebaulöcher in der Landschaft geflutet und zu Freizeitgebieten umgestaltet werden. In diesem Gebiet liegen auch das Torhaus und Schloss Markkleeberg, wo im Oktober 1813 blutigste Gefechte zwischen Napoleons Armee und den Alliierten, vor allem Österreichern, stattfanden.


Trailer zum asisi Panorama rund um 200 Jahre Völkerschlacht Leipzig.

Klar, dass sich auch hier später Menschen gefunden haben, die das Andenken an die Völkerschlacht auf ihre Art und Weise am Leben erhalten. Und natürlich hat auch dieses Engagement seine eigene Geschichte: Das Schloss und das Torhaus Markkleeberg wurden zu DDR-Zeiten enteignet. Nach der Wende erwarben Angelika und Wolfgang Gerlach ihren Familienbesitz schrittweise zurück. Sohn Joachim wohnt heute im Schloss.

Jetzt hätte man sich doch zurückziehen und in Ruhe Schlossherr spielen können? Stattdessen gründen Gerlachs 1996 mit elf Mitstreitern den Förderverein des Torhauses, sanieren über fünf Jahre lang Gebäude und Gelände, richten ein Regionalmuseum ein und machen Geschichte erlebbar: Mit Gefechtsdarstellungen, Biwakleben und vielen internationalen Gästen. Und einer eigenen Uniformierten-Gruppe, die die Grenadiere der Linie 32 (Ligne 32 sm) der Halbbrigade Aymard verkörpert, die 1813 an den Kämpfen um Schloss und Torhaus Markkleeberg beteiligt war.

Über das Torhaus Markkleeberg, die Erwartungen an das 200-jährige Völkerschlachtjubiläum und das Reenactment in Markkleeberg sprachen wir mit Rainer Baumann, dem Pressesprecher des Fördervereins.

Das Interview

Sebastian Homburg: Ich nehme stark an, 2013 steht bei euch der 200. Jahrestag der Völkerschlacht im Mittelpunkt. Was erwartet denn die Besucher speziell im Torhaus Markkleeberg, vor allem zur Festwoche im Oktober?

Rainer Baumann: Einen zentralen Platz nehmen natürlich die historischen Darstellungen der Ereignisse im Oktober 1813 ein. Wie auch die anderen Vereine, Museen und Institutionen beteiligt sich der Förderverein daran, an das überlieferte Geschehen zu erinnern und erlebbar zu machen, wie die Völkerschlacht und deren zahlreiche Erinnerungsstätten bis heute ihre Ausstrahlung und Bedeutung haben.

Das Torhaus Markkleeberg ist doch federführend im Bereich Reenactment zum Völkerschlachtjubiläum. Wie ist das Gesamt-Programm in und um Leipzig entstanden? Es gibt schließlich sehr viele Akteure, die man da zusammenbringen muss.

Die Verantwortung für das Gesamtprogramm liegt bei der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH sowie der Steuerungsgruppe „Leipzig 1813 – 1913 – 2013“ unter Leitung von Dr. Volker Rodekamp, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig. Dort ist auch die inhaltliche Gestaltung entstanden, natürlich unter Beachtung und Mitwirkung der jeweiligen Vereine, die sich in und um Leipzig mit diesem Thema befassen. Richtig ist, dass bei der Uniformierten-Gruppe unseres Vereines die Federführung für das Reenactment liegt.

Uns interessiert besonders, wie das Programm zum Jahrestag im Reenactment entstanden ist. Welche Maßstäbe werden da beispielsweise angelegt oder wie bekommt man die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut?

Dem Ablauf des Reenactments liegt eine Art Drehbuch zugrunde. Auf dessen Grundlage werden für die entsprechenden Gruppen die Abläufe nach Ort, Zeit und Bedingungen besprochen und danach fixiert. Es hängt natürlich auch davon ab, wann die teilnehmenden Gruppen, die ja aus ganz Europa und teilweise aus Übersee, zum Beispiel Kanada, kommen, vor Ort eintreffen. Eine Art „Regisseur“ hat dann die Gesamtleitung und steuert nach dem Drehbuch den gesamten Ablauf.

Wie bei jedem militärischen Manöver ist auch bei den historischen Darstellungen die Disziplin eine entscheidende Voraussetzung für einen erfolgreichen Verlauf. Und zusätzlich muss natürlich flexibel auf vom geplanten Ablauf abweichende Situationen reagiert werden – das ist dann wieder Sache des „Regisseurs“. Da fällt schon mal ein Schuss an der falschen Stelle oder ein Pferd wirft seinen Reiter ab und „haut“ ab usw. Das ist eben live und der größere Teil der Zuschauer bemerkt es gar nicht oder denkt, dass das so sein muss.

Völkerschlacht 2012 / Nachstellung der Kampfhandlungen von 1813 im agra-Park Leipzig-Markkleeberg. Feldlazarett mit Sanitäter, verletztem Tiroler Jäger und Lützower. Arbeit am MDR-Filmprojekt. © MDR/Steffen Junghans

Wichtig ist ja auch die Quellenlage, auf der Darstellungen fußen. Wie ist es da in Markkleeberg bestellt? Wie gesichert und detailliert kann eure Uniformierten-Gruppe, die 32. Halbbrigade Aymard, arbeiten?

Zunächst einmal gibt es eine Menge Literatur zu dieser Thematik, die sich in der Regel mehr oder weniger auf Quellen bezieht, die wiederum von Beteiligten in unterschiedlichster Form, Tagebuchaufzeichnungen, Archive, zum Beispiel bei den Kirchgemeinden, und so weiter, niedergeschrieben worden sind und überliefert wurden.

Staatliche, militärische und museale Archive enthalten ebenfalls zeitgenössische Dokumente wie Befehle, die per Kurier an die jeweiligen Einheiten übermittelt wurden, skizzierte Darstellungen der vorgesehenen Stand- und Kampforte von Truppenteilen und vieles mehr. Zeitgenössische Maler, zum Teil sicher auch Laien, haben Gefechtshandlungen, Personen und ähnliches festgehalten, die ebenso mit herangezogen werden. So befinden sich in unserem Regionalmuseum zur Völkerschlacht zum Beispiel handschriftliche Originalaufzeichnungen des Schulmeisters Schumann, in denen er die Ereignisse dieser Tage aus seiner Sicht festgehalten hat.

Daran anschließend: Wie ist es um die Qualitätssicherung bestellt, wenn Gruppen von außerhalb hinzustoßen? Klar, wenn ich im Badeanzug auflaufe, kann ich nicht als Darsteller dabei sein. Aber wie streng sind eure Maßstäbe im Detail? Was macht ihr, wenn Teilnehmer aus Übersee anreisen und die falschen Knöpfe an der Uniform haben? Oder wie sind die Maßstäbe für die zivilen Teile der Darstellung?

Natürlich wird großes Augenmerk auf möglichst originalgetreue Darstellung in der Uniformierung, Ausrüstung und Bewaffnung gelegt. Aber zur Bedingung kann dies nur eingeschränkt gemacht werden. Zum einen ist das eine kostspielige Angelegenheit und zum anderen hat man – vor allem bei auswärtigen und ausländischen Teilnehmern – nur einen bedingten Einfluss darauf. Da ja alles ehrenamtlich ist, kann man wegen kleinerer Unstimmigkeiten den Teilnehmern ihre Teilnahme nicht verwehren.

Man kann aber für die Anmeldungen für Folgeveranstaltungen eventuell auf die Beteiligung bestimmter Darsteller in allzu phantasiereicher „Kostümierung“ verzichten beziehungsweise denen den Verzicht nahelegen. Insbesondere bei höheren Offizieren kann man mitunter feststellen, dass hier das äußere Erscheinungsbild über den historischen Anlass gestellt wird. Besonders auffällig ist das bei dem französischen Marschall Murat, der von Napoleon zum König von Neapel gemacht wurde und die französische Kavallerie befehligte. Murat ist in den zeitgenössischen Darstellungen für seine phantasievollen Uniformen bekannt, die sicher nicht (immer) dem Reglement entsprachen. Dies trifft im Übrigen alles auch auf die zivilen Teile der Darstellungen zu.

Kann man sagen, dass euer Schwerpunkt auf dem Geschehen im Oktober 1813 direkt in Markkleeberg liegt? Wie genau und detailliert könnt ihr die Abläufe darstellen?

Ja, unser Schwerpunkt liegt tatsächlich auf den Ereignissen des 16. Oktober 1813, die sich an diesem Tag in und um das damalige Markkleeberg abgespielt haben. Nach dem mehr oder weniger zufällig zustande gekommenen Reitergefecht bei Liebertwolkwitz am 14. Oktober 1813 (Siehe Interview hier im Dossier, Anm. d. Red.) fand am 16. Oktober 1813 mit der Schlacht bei Wachau (südliches Schlachtfeld) die erste der später als Völkerschlacht bei Leipzig bezeichneten Schlachten statt, einschließlich der Kämpfe um Rittergut und Torhaus Markkleeberg.

Das große Schlacht-Diorama im Schloss Markkleeberg zeigt einen Überblick über die Kämpfe, ergänzt durch das Regionalmuseum Völkerschlacht 1813 im Torhaus und weitere Dokumentationen.

Nachdem ihr euch in den vergangenen Jahren verschiedenen, an der Völkerschlacht beteiligten Nationen zugewandt habt, eröffnet ihr im September eure „Österreich-Ausstellung“. Die Österreicher seien unterschätzt worden, heißt es da. Wie ist das zu verstehen? Was ist da richtig zu stellen?

Nicht die Österreicher, sondern die Rolle Österreichs in der Völkerschlacht stand in der Vergangenheit zu oft im Hintergrund. Im Vorfeld und auch nach der Einweihung des Völkerschlacht-Denkmals im Oktober 1913 stand „Preußens Glanz“ im Mittelpunkt. In der nationalsozialistischen Zeit wurden Denkmal und Völkerschlacht für die Interessen der Faschisten missbraucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Zusammenhang mit der Völkerschlacht durch die kommunistische Staatsführung der ehemaligen DDR die Deutsch-Russische Waffenbrüderschaft zelebriert.

Vergessen wir nicht, Österreich hat auf der Seite der Verbündeten das stärkste Kontingent gestellt und war somit das Zünglein an der Waage. Mit Fürst Schwarzenberg hatte ein Österreicher das Oberkommando in der Völkerschlacht, der Österreicher Graf Radetzky war sein Generalstabschef.
(Mit dem Außenminister Tschechiens, Karel Schwarzenberg, ist ein Nachfahre des Generals Schirrmherr der Ausstellung und der Biwaks zum Jahrestag 2013; Anm. d. Red.)

Ihr habt für diese Ausstellung mit dem Wehrgeschichtlichen Museum in Salzburg zusammengearbeitet. Wie hat man sich so eine Zusammenarbeit eigentlich vorzustellen? Ich meine, da geht’s doch wohl um mehr als das Verschicken von Exponaten, oder?

Vor den Befreiungskriegen, wie die Ereignisse von 1813 bis 1815 nach dem verlustreichen Russlandfeldzug Napoleons 1812 oft genannt werden, war Österreich oft in die Napoleonischen Kriege seit Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts nach der Französischen Revolution verwickelt. Erinnert sei nur an die Schlacht bei Austerlitz im Dezember 1805 oder die Aufstände und Kämpfe um Andreas Hofer 1809 in Tirol.

Wir haben in dem Obmann des Salzburger Wehrgeschichtlichen Museums, Oberst Dr. Kurt Anton Mitterer, 2003/4 einen hervorragenden Kenner der Materie kennenglernt, der sich auf ein Team Gleichgesinnter stützen kann.

Bei gegenseitigen Besuchen konnten Informationen und Eindrücke militärhistorischer Art gewonnen und ausgetauscht werden, die im Wissen über einen umfangreichen Fundus von Exponaten für eine Ausstellung zum Thema „Die Österreicher in der Völkerschlacht bei Leipzig“ immer mehr Gestalt annahmen. In zahlreichen Workshops wurde die Grundlage für eine in dieser Form einmalige Ausstellung geschaffen, die mit fachlichen Beiträgen in einer Begleitschrift hervorragend ergänzt wird.

Hat diese intensive Beschäftigung mit Österreich eigentlich Einfluss auf die Gefechtsdarstellungen?

Eindeutig – nein! Unsere Uniformierten-Gruppe stellt französische Grenadiere dar; hier wird doch der völkerverbindende Gedanke sehr deutlich. Übrigens war eine Gruppe von uns anlässlich des 200. Jahrestages der Schlacht bei Borodino (Russlandfeldzug Napoleons 1812; Anm. d. Red.) im September 2012 beim dortigen Reenactment beteiligt. Es fehlt also nur noch der Bezug zu den Schweden.

Wie ist das zu verstehen, ein schwedisches Jahr hattet ihr doch schon, oder?

Ja, das ist richtig, das war 2010! (gemeint ist die Schau zum Dreißigjährigen Krieg Schweden in Sachsen Anm. d. Red.) Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass es solche markanten Ereignisse wie 1805 Schlacht bei Austerlitz, 1806 Doppelschlacht bei Jena und Auerstädt, 1812 Borodino, 1813 Leipzig oder 1815 Waterloo mit Schweden nicht geben konnte, da meines Wissens Kämpfe auf schwedischen Gebiet nicht stattgefunden haben. Wenn man davon absieht, dass der preußische Major Schill, der sich 1809 gegen die französische Besatzung mit seinem Husaren-Regiment aufgelehnt hat, in Stralsund – damals zu Schweden gehörend – gefallen ist.

Angenommen, ich wäre Napoleonik-Darsteller: Worauf könnte ich mich bei euch freuen?

Sagen zu können – ich bin dabei gewesen. Das habe ich übrigens in Borodino gesagt! Uns geht es nicht um Kriegsspiele, wie man uns oft zu unterstellen versucht. Unser Anliegen ist die historisch möglichst getreue Nachstellung der damaligen Ereignisse, um in einem heute weitgehend geeinten Europa die Zielstellung in den Mittelpunkt zu stellen, dass sich derartiges nie wiederholen möge. Und neben Szenen aus dem Leben und Leiden der Menschen in der damaligen Zeit gehörten die Kämpfe während der Völkerschlacht eben auch dazu. Wir feiern auch nicht, wir begehen würdig den 200. Jahrestag im Gedenken auch an die Leiden der zivilen Bevölkerung.

Nehmt ihr selbst eigentlich noch an den Darstellungen teil? Wie aktiv ist der Verein in dieser Hinsicht? Und wie lernt ihr eure Rollen?

Ja, mit unserer Uniformierten-Gruppe sehr aktiv! Regelmäßige Zusammenkünfte und auch Exerzieren und Üben, übrigens in französischer Sprache, sind Voraussetzung dafür.

Ein paar Fragen zum dahinter stehenden Verein. Ein kurzer Überblick über die Geschichte wäre sehr hilfreich, um die Hintergründe zu verstehen.

Zur Erinnerung und Erforschung der sich im Umfeld des Rittergutes seit seiner ersten Erwähnung vollzogenen Geschichte fanden sich im Oktober 1996 zwölf engagierte Menschen und gründeten den Förderverein „Historisches Torhaus zu Markkleeberg 1813“ e.V.

Wesentliche Ziele des Vereins waren und sind: Rettung und Sanierung der Räume im Torhaus; Einrichtung eines Museums an einem Originalschauplatz der Völkerschlacht 1813; Erforschung der Heimatgeschichte und Gestaltung einer Markkleeberger Heimatstube; Organisation von kulturellen Veranstaltungen sowie Mitwirkung und aktive Gestaltung bei völkerverbindender, internationaler Zusammenarbeit.

Im mit viel Kraft und Mühe nach historischem Vorbild sanierten südlichen Gebäudeflügel des Torhauses wurden dort nach dessen Fertigstellung die Markkleeberger Heimatstube, die Wachstube und eine Sammlung alten landwirtschaftlichen Gerätes untergebracht und können von den Besuchern besichtigt werden. Die Brauchtumspflege wird insbesondere in Form einer bäuerlichen Wohnstube mit allerlei Küchengerät sowie überbrachter Textilherstellung dargestellt.

Schon mit Gründung des Fördervereines wurden durch diesen kulturelle Veranstaltungen organisiert, die neben Konzerten, Vorträgen, und Ausstellungen vor allem der Brauchtumspflege dienen. So sind Walpurgisnacht, Maibaumsetzen, Torhausfest, Herbstfeste zum Erntedank und Weihnachtsmärkte zu einer guten Tradition im Kulturleben Markkleebergs geworden und stellen darin eine feste Größe dar. Einen zentralen Platz nehmen natürlich die historischen Darstellungen der Ereignisse im Oktober 1813 ein.

Vielleicht fehlt mir etwas die Fantasie, aber wenn ein Haus, egal wie historisch, privatisiert wird, entsteht daraus ja noch lange kein Museum und keine Gefechtsdarstellung. Ich frage mal ganz blöd: Sind Gerlachs so verrückt?

Kurz gesagt, ja! Allerdings im positiven Sinn, womit Identifizierung mit der Sache und Ernsthaftigkeit sowie die Bereitschaft, viel Freizeit zu opfern, gemeint sind. Details zur Privatisierung kenne ich aber selbst nicht so genau.

Ihr seid seit über 15 Jahren am Ball. Wie hält man so ein Projekt so lange am Laufen? Wie schafft ihr es, dass genügend Mitstreiter an Bord sind?

Der Verein wurde 1996 gegründet, es sind also wirklich schon 17 Jahre. Ein großer Teil ergibt sich schon aus der Antwort zur letzten Frage. Allerdings sind viele der Vereinsfreunde, die vor 17 Jahren den Verein gegründet haben, eben auch 17 Jahre älter geworden – und da liegt ein Problem, nämlich die Nachwuchsgewinnung. Bisher ist es dem Engagement einiger besonders aktiver Mitglieder zu verdanken, dass die Aufgaben noch bewältigt werden konnten und können. Aber für die Zukunft wird das nicht mehr so funktionieren, hier muss etwas passieren.

Und ich muss natürlich fragen, wo das Geld dafür herkommt?

Fördermittel von Kulturträgern, zum Beispiel vom Kulturraum Leipziger Raum, von der Stadt Markkleeberg und anderen, bilden einen wesentlichen Bestandteil. Dazu kommen veranstaltungs- beziehungsweise themenbezogene Sponsorengelder und Eigenmittel aus Mitgliedsbeiträgen, aus Vermietung unserer Räumlichkeiten und Eintrittsgeldern des Museums, die gern durch eine stärkere Frequentierung höher liegen könnten.

Und wenn der ganze Trubel von 2013 vorbei ist, dann könntet ihr das Torhaus doch schließen. Jedenfalls stelle ich mir das ausgesprochen schwierig vor, nach einem solchen Highlight wie in diesem Jahr neue Ziele und Vorhaben zu finden. Den 300. Jahrestag der Völkerschlacht werden wir wohl kaum miterleben.

Von letzterem kann man wohl mit Sicherheit ausgehen! 2014 ist im Oktober der 201. Jahrestag der Völkerschlacht, so gesehen geht es also weiter. Mit dem 200. Jahrestag der Schlacht bei Waterloo im Juni 1815 steht 2015 ein weiterer Höhepunkt bevor. Ansonsten stimmt es schon, dass spätestens nach dem 31. Mai 2014, an dem die Österreich-Ausstellung schließt, der Dampf etwas raus ist und der Verjüngungsprozess vollzogen werden muss, wenn der Verein seine sich selbst gestellten Aufgaben weiter erfüllen will. Neue Ziele und Aufgaben sind notwendig. Und diese werden wir sicher finden.

Letzte Frage: Wie und wann ist denn das Torhaus Markkleeberg für Besucher zugänglich?

Montags und mittwochs von 10 bis 15 Uhr, freitags von 10 bis 14 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr. Besuche außerhalb dieser Zeiten und Führungen sind nach telefonischer Abstimmung ebenfalls möglich.

Frisch renoviertes Symbol eines furchtbaren Krieges: das Leipziger Völkerschlachtdenkmal. © Westend-PR/Methode 21

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